KPI-Bibliothek: 100+ Kennzahlen nach Fachbereich und Branche

Mehr als 100 Kennzahlen für Marketing, Vertrieb, Finanzen, HR und mehr.

5 min Lesezeit27. Juli 2026Daten & KPIs2.3Paul Zehm

Inhalt

Wichtigste Aussagen

  • Wenige klar definierte KPIs sind wertvoller als große Kennzahlensammlungen.
  • Entscheidend ist die Auswahl nach Ziel, Ergebniskennzahl und Treiberkennzahl.
  • Benchmarks sind nur im Kontext belastbar.

So findest du die richtigen Kennzahlen für datengestützte Entscheidungen in jeder Abteilung und Branche

Key Performance Indicators (KPIs) bilden Unternehmensprozesse durch messbare Werte ab. Sie zeigen, ob Ziele erreicht werden, wo Engpässe liegen und welche Maßnahmen wirken. Sie ermöglichen es sich mit dem Markt zu vergleichen, Trends zu erkennen sowie die datenbasierte Optimierung nahezu aller Bereiche des Unternehmens.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Kennzahlen zu erfassen und zu beobachten. Das Ziel sollte sein, die richtigen auszuwählen, sauber zu definieren und im Alltag konsequent zu nutzen. Abhängig von den Zielen können das auch einzelne oder wenige sein.

Priorisierung und Fokussierung auf die Geschäftsbereiche mit dem höchsten Potenzial maximieren den Erfolg. Sobald die Prozesse, Entscheidungen und Optimierungen dort funktionieren, wird der Prozess auf den nächstwichtigsten Bereich übertragen.

Genau daran scheitern viele Teams: Es werden zu viele Kennzahlen erhoben, zu wenige davon sind an konkrete Ziele gekoppelt, und die Definitionen variieren zwischen Abteilungen. Das Ergebnis sind Dashboards, die zwar voll, aber nicht entscheidungsrelevant sind (siehe Effektive Dashboards erstellen).


Dieser Artikel ist eine strukturierte Referenz: über 100 Kennzahlen, geordnet nach funktionalen Bereichen und Branchen, jeweils mit Definition, Formel, Einordnung und Orientierungswerten. Nutze ihn als Ausgangspunkt für die Auswahl deiner Kern-Kennzahlen, nicht als Aufforderung, alles gleichzeitig zu messen.


Wie du diese Bibliothek nutzt

Bevor du in die Tabellen einsteigst, solltest du drei Fragen beantworten.

  1. Welche Geschäftsziele haben gerade Priorität?
  2. Welche Entscheidungen sollen durch Kennzahlen besser werden?
  3. Wer arbeitet mit den Kennzahlen, und was braucht diese Person auf einen Blick?

Die Antworten bestimmen, welche Kennzahlen du auswählst und wie du sie in Dashboards und Berichte einbaust. Für den Einstieg empfiehlt sich ein Aufbau nach dem Muster Ziel → Ergebniskennzahl → Treiberkennzahl (siehe BI-Strategie entwickeln).

Die Benchmarks in den folgenden Tabellen sind Orientierungswerte. Sie variieren je nach Branche, Geschäftsmodell, Region und Unternehmensphase. Nutze sie als Startpunkt, nicht als absoluten Maßstab.

Marketing und Vertrieb

Marketing- und Vertriebskennzahlen messen Kundengewinnung, Kampagneneffizienz und die Leistung des Vertriebsprozesses. Die wichtigsten Hebel liegen oft nicht in einzelnen Kennzahlen, sondern in ihrem Zusammenspiel. Z. B.: Akquisekosten sind nur dann aussagekräftig, wenn sie dem Kundenwert gegenübergestellt werden.

KennzahlDefinitionFormelOrientierungswert
Customer Acquisition Cost (CAC)Kosten für die Gewinnung eines Neukunden(Marketing- + Vertriebskosten) / NeukundenZiel: < CLV / 3
Customer Lifetime Value (CLV)Gesamter Umsatz eines Kunden über die GeschäftsbeziehungØ Umsatz pro Kunde × KundenlebensdauerDeutlich höher als CAC
Conversion RateAnteil der Besucher, die eine gewünschte Aktion ausführen(Conversions / Besucher) × 100E-Commerce: 1–3 %, B2B-Landing-Pages: 2–5 %
Return on Ad Spend (ROAS)Umsatz pro investiertem WerbeeuroUmsatz aus Werbung / Werbeausgaben> 4,0 gilt als stark
MQL-zu-SQL-RateAnteil der Marketing Qualified Leads, die Sales Qualified werden(SQLs / MQLs) × 10010–30 %, stark branchenabhängig
Sales VelocityGeschwindigkeit, mit der Opportunities zu Umsatz werden(Opportunities × Ø Deal-Wert × Win Rate) / Ø Sales Cycle in TagenHöher = effizienter
Churn Rate (Kunden)Anteil der Kunden, die in einem Zeitraum abwandern(Verlorene Kunden / Kunden zu Periodenbeginn) × 100B2B SaaS jährlich: < 5 % (etabliert), < 10 % (Wachstum)
Net Promoter Score (NPS)Weiterempfehlungsbereitschaft der Kunden% Promotoren − % Detraktoren> 50 gilt als stark
Cost per Lead (CPL)Kosten für die Generierung eines LeadsWerbeausgaben / Anzahl LeadsBranchen- und kanalabhängig
Lead-to-Customer RateAnteil der Leads, die zu zahlenden Kunden werden(Zahlende Kunden / Leads) × 100Branchenabhängig
Average Deal SizeDurchschnittlicher Wert eines gewonnenen GeschäftsGesamtumsatz / Anzahl gewonnener DealsSteigende Tendenz positiv
Win RateAnteil der gewonnenen OpportunitiesGewonnene Deals / Gesamtzahl Opportunities20–50 %, stark segmentabhängig
Sales Cycle LengthDurchschnittliche Dauer vom Erstkontakt bis zum AbschlussSumme aller Sales Cycles / Anzahl DealsKürzer = effizienter
E-Mail-Open-RateAnteil der geöffneten E-Mails(Geöffnete / Zugestellte E-Mails) × 10020–30 %
Click-Through-Rate (CTR)Anteil der Klicks auf einen Link relativ zu Impressionen(Klicks / Impressionen) × 100Search: 3–5 %, Display: 0,5–1 %
Customer Retention RateAnteil der gehaltenen Kunden über einen Zeitraum((Kunden am Ende − Neukunden) / Kunden zu Beginn) × 100Höher = besser
Pipeline ValueGesamtwert aller Opportunities im VertriebSumme aller Opportunity-WerteSollte das 3- bis 5-Fache des Umsatzziels betragen
Quota AttainmentZielerreichung des VertriebsteamsErreichter Umsatz / Zielumsatz100 % ist der Zielwert

Finanzen und Controlling

Finanzkennzahlen geben Aufschluss über Liquidität, Profitabilität und Kapitaleffizienz. Für die Unternehmenssteuerung sind sie unverzichtbar, weil sie operative Entscheidungen in monetäre Konsequenzen übersetzen.

KennzahlDefinitionFormelOrientierungswert
Gross Profit MarginAnteil des Umsatzes nach Abzug direkter Kosten(Umsatz − Herstellkosten) / UmsatzBranchenabhängig
Net Profit MarginAnteil des Umsatzes nach Abzug aller KostenReingewinn / UmsatzBranchenabhängig
EBITDAErgebnis vor Zinsen, Steuern und AbschreibungenReingewinn + Zinsen + Steuern + AbschreibungenBranchenabhängig
Operating Cash FlowMittelzufluss aus laufender GeschäftstätigkeitCash aus operativen AktivitätenPositiv und steigend
Burn RateMonatlicher Netto-Cash-AbflussMonatliche Ausgaben − Monatliche EinnahmenSo niedrig wie möglich
RunwayMonate, die ein Unternehmen mit vorhandenen Reserven überleben kannCash-Reserven / monatliche Burn Rate> 12 Monate
Days Sales Outstanding (DSO)Durchschnittliche Dauer bis zur Bezahlung von Forderungen(Forderungen / Jahresumsatz) × 365< 45 Tage
Return on Investment (ROI)Rentabilität einer Investition(Gewinn − Investition) / InvestitionHöher = besser
Quick RatioFähigkeit, kurzfristige Verbindlichkeiten sofort zu decken(Liquide Mittel + Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten> 1,0
Debt-to-Equity RatioVerhältnis Fremdkapital zu EigenkapitalGesamtverbindlichkeiten / EigenkapitalBranchenabhängig, niedriger oft besser
Working CapitalVerfügbares Kapital für den laufenden BetriebUmlaufvermögen − kurzfristige VerbindlichkeitenPositiv
Inventory TurnoverHäufigkeit, mit der Lagerbestand umgesetzt wirdHerstellkosten / Ø LagerbestandHöher = effizienter
Revenue Growth RateUmsatzwachstum gegenüber der Vorperiode((Umsatz aktuell − Umsatz Vorperiode) / Umsatz Vorperiode) × 100Branchenabhängig
Deckungsbeitrag (Contribution Margin)Beitrag eines Produkts zur Deckung der FixkostenUmsatz − variable KostenPositiv
Break-Even-Point (Stückzahl)Absatzmenge, ab der Kosten gedeckt sindFixkosten / Deckungsbeitrag pro EinheitSo niedrig wie möglich
Break-Even-Point (Umsatz)Umsatz, ab dem Kosten gedeckt sindFixkosten / DeckungsbeitragsquoteSo niedrig wie möglich
Cash Conversion Cycle (CCC)Zeit, bis Investitionen in Cash zurückfließenDIO + DSO − DPOKürzer = effizienter
Return on Assets (ROA)Rentabilität im Verhältnis zum GesamtkapitalReingewinn / GesamtkapitalHöher = besser

Human Resources

HR-Kennzahlen messen Rekrutierungseffizienz, Mitarbeiterbindung und Personalproduktivität. Sie sind besonders wertvoll, wenn sie mit Geschäftskennzahlen verknüpft werden, z. B. Umsatz pro Mitarbeiter in Kombination mit der Fluktuation.

KennzahlDefinitionFormelOrientierungswert
Employee Turnover RateAnteil der Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen(Abgänge / Ø Mitarbeiterzahl) × 100Branchenabhängig
Time to HireDauer von Ausschreibung bis VertragsunterzeichnungSumme der Tage / Anzahl EinstellungenKürzer = besser
Cost per HireGesamtkosten einer NeueinstellungRekrutierungskosten / NeueinstellungenBranchenabhängig
Revenue per EmployeeUmsatz pro VollzeitäquivalentGesamtumsatz / FTEHöher = produktiver
Absenteeism RateAnteil der Fehltage an den Arbeitstagen(Fehltage / Arbeitstage) × 100< 3 %
eNPSWeiterempfehlungsbereitschaft der Mitarbeiter% Promotoren − % Detraktoren> 30 ist gut, > 50 stark
Training ROIRentabilität von Weiterbildung(Produktivitätssteigerung − Trainingskosten) / TrainingskostenPositiv
Employee Engagement ScoreErgebnis aus MitarbeiterbefragungenØ Score aus UmfragenHöher = besser
Internal Promotion RateAnteil interner Beförderungen an StellenbesetzungenInterne Beförderungen / GesamtbesetzungenHöher = besser
Offer Acceptance RateAnteil angenommener StellenangeboteAngenommene / Ausgesprochene AngeboteHöher = besser
First-Year TurnoverAnteil der Mitarbeiter, die im ersten Jahr gehenAbgänge im 1. Jahr / NeueinstellungenNiedriger = besseres Onboarding
HR-to-Employee RatioHR-Mitarbeiter pro 100 BeschäftigteHR-Mitarbeiter / (Gesamtzahl / 100)1–3 je nach Branche

Operations und Supply Chain

Operations-Kennzahlen decken die Effizienz von Auftragsabwicklung, Lieferkette und Produktion ab. Sie sind besonders relevant, wenn Kosten, Qualität und Liefertreue gleichzeitig optimiert werden sollen.

KennzahlDefinitionFormelOrientierungswert
Order Fulfillment Cycle TimeZeit vom Bestelleingang bis zur LieferungZeitstempel Lieferung − Zeitstempel BestellungKürzer = besser
Perfect Order RateAnteil fehlerfreier Bestellungen(Fehlerfreie Bestellungen / Gesamtbestellungen) × 100> 95 %
Capacity UtilizationAuslastung der Produktionskapazitäten(Tatsächlicher Output / Maximaler Output) × 10080–90 %
Inventory AccuracyÜbereinstimmung physischer und digitaler Bestände(Physischer Bestand / Systembestand) × 100> 99 %
Out-of-Stock RateAnteil nicht lieferbarer Artikel(Nicht lieferbare Artikel / Gesamtartikel) × 100So niedrig wie möglich
First Pass Yield (FPY)Anteil fehlerfreier Produkte im ersten Durchlauf(Fehlerfreie Produkte / Gesamtproduktion) × 100Höher = besser
Overall Equipment Effectiveness (OEE)Gesamteffektivität von AnlagenVerfügbarkeit × Leistung × Qualität> 85 % gilt als Weltklasse
On-Time Delivery (OTD)Anteil pünktlich gelieferter Aufträge(Pünktliche Aufträge / Gesamtaufträge) × 100> 95 %
Mean Time Between Failures (MTBF)Durchschnittliche Zeit zwischen zwei AusfällenGesamtbetriebszeit / Anzahl AusfälleHöher = zuverlässiger
Mean Time to Repair (MTTR)Durchschnittliche ReparaturdauerSumme Reparaturzeiten / Anzahl ReparaturenKürzer = besser
Supplier Defect RateAnteil fehlerhafter Teile vom Lieferanten(Fehlerhafte Teile / Gesamtteile) × 100So niedrig wie möglich
Scrap RateAnteil Ausschuss an der Gesamtproduktion(Ausschuss / Gesamtproduktion) × 100So niedrig wie möglich
Energy Consumption per UnitEnergieverbrauch pro produzierter EinheitEnergieverbrauch / produzierte EinheitenSinkende Tendenz positiv
Safety Incident RateArbeitsunfälle pro 100 Mitarbeiter(Unfälle / Mitarbeiter) × 100So niedrig wie möglich

E-Commerce und Retail

Im E-Commerce bestimmen Warenkorbwert, Checkout-Effizienz und Wiederkaufsverhalten den Erfolg. Die Kennzahlen in diesem Bereich hängen stark von Traffic-Qualität und Produktkategorie ab.

KennzahlDefinitionFormelOrientierungswert
Average Order Value (AOV)Durchschnittlicher BestellwertGesamtumsatz / BestellungenSteigende Tendenz positiv
Cart Abandonment RateAnteil abgebrochener Warenkörbe(Abbrüche / Begonnene Warenkörbe) × 100Branchenüblich: ca. 70 %, darunter ist gut
Repeat Purchase RateAnteil der Kunden mit Wiederholungskauf(Kunden mit > 1 Bestellung / Gesamtkunden) × 100Höher = loyaler
Revenue per Visitor (RPV)Umsatz pro WebseitenbesucherGesamtumsatz / BesucherHöher = effizienter
Product Return RateRetourenquote(Retouren / Verkäufe) × 100Fashion: 30–50 %, Elektronik: 5–10 %
Add-to-Cart RateAnteil der Besucher, die ein Produkt in den Warenkorb legen(In Warenkorb gelegt / Produktansichten) × 100Höher = besseres Produktinteresse
Bounce RateAnteil der Besucher, die nur eine Seite ansehen(Einzelseitenbesuche / Gesamtbesuche) × 100Niedriger = relevanterer Inhalt
Mobile Conversion RateConversion Rate auf mobilen Endgeräten(Mobile Conversions / Mobile Besucher) × 100Typischerweise unter Desktop-Rate
Gross Merchandise Value (GMV)Gesamtwert der Transaktionen vor AbzügenSumme aller TransaktionenHöher = mehr Volumen
Net SalesUmsatz abzüglich Retouren und RabattenBruttoumsatz − Retouren − RabatteSteigend
Inventory-to-Sales RatioVerhältnis Lagerbestand zu VerkäufenLagerbestandswert / UmsatzwertBranchenabhängig, niedriger oft effizienter
Customer Acquisition Cost (E-Commerce)Kosten pro gewonnenem Online-KundenOnline-Werbeausgaben / Online-NeukundenBranchenabhängig

SaaS und Subscription

Im SaaS-Modell drehen sich die zentralen Kennzahlen um wiederkehrende Umsätze, Kundenbindung und Wachstumseffizienz. Die Kennzahlen in diesem Bereich sind oft stärker standardisiert als in anderen Branchen, weil Investoren und Benchmarks klare Erwartungen setzen.

KennzahlDefinitionFormelOrientierungswert
Monthly Recurring Revenue (MRR)Monatlich wiederkehrender UmsatzSumme aller monatlichen AbonnementsSteigend
Annual Recurring Revenue (ARR)Jährlich wiederkehrender UmsatzMRR × 12Steigend
MRR Churn RateAnteil des verlorenen MRR pro MonatVerlorener MRR / MRR zu Monatsbeginn< 2 % monatlich (etabliert), < 5 % (Wachstum)
Net Revenue Retention (NRR)Umsatz aus Bestandskunden inkl. Expansion und Kontraktion(Start-MRR + Expansion − Kontraktion − Churn) / Start-MRR> 100 % gut, > 120 % stark
LTV:CAC RatioVerhältnis Kundenwert zu AkquisekostenCLV / CAC> 3,0
CAC Payback PeriodMonate, bis CAC durch Deckungsbeitrag gedecktCAC / (ARPU × Gross Margin)< 12 Monate
Average Revenue Per User (ARPU)Durchschnittlicher Umsatz pro NutzerGesamtumsatz / NutzerSteigend
Expansion MRRZusätzlicher MRR durch Upselling und Cross-SellingMRR aus Upgrades − MRR aus DowngradesPositiv und steigend
DAU/MAU RatioVerhältnis täglicher zu monatlichen aktiven NutzernDAU / MAU> 0,2 gilt als gut
Activation RateAnteil der Nutzer, die den Kernwert des Produkts erlebenAktivierte Nutzer / Registrierte NutzerHöher = besseres Onboarding
Logo ChurnAnteil verlorener KundenkontenVerlorene Konten / Konten zu Periodenbeginn< 5 % jährlich (etabliert)
Rule of 40Summe aus Umsatzwachstum und ProfitabilitätsmargeWachstumsrate + Profitmarge (in %)> 40 % gilt als gesund
Gross Margin RetentionNRR auf Basis der Bruttomarge(Start-GM + Expansion-GM − Churn-GM) / Start-GM> 100 %
Booking-to-Bill RatioAuftragseingang im Verhältnis zu FakturierungAuftragswert / Fakturierter Wert> 1,0 zeigt Wachstum
Fakt

Die durchschnittliche jährliche Churn Rate im B2B-SaaS liegt laut aktuellen Benchmarks bei rund 3,5 %. Etablierte Unternehmen mit Enterprise-Fokus erreichen unter 5 % jährlich. SMB-fokussierte Anbieter liegen typischerweise bei 3 bis 5 % monatlich. Die Net Revenue Retention (NRR) liegt im Median bei etwa 106 %, wobei Top-Performer über 120 % erreichen.

Quelle

Manufacturing und Produktion

In der Fertigung stehen Durchsatz, Anlagenverfügbarkeit und Qualität im Zentrum. Die Kennzahlen sind oft eng mit Lean-Management-Prinzipien verknüpft.

KennzahlDefinitionFormelOrientierungswert
Scrap RateAusschussanteil an der Gesamtproduktion(Ausschuss / Gesamtproduktion) × 100So niedrig wie möglich
DowntimeStillstandszeit durch StörungenSumme der AusfallzeitenSo niedrig wie möglich
Changeover TimeUmrüstzeit einer MaschineZeitstempel Ende − Zeitstempel StartKürzer = flexibler
Cycle TimeHerstellungsdauer pro EinheitSumme Zykluszeiten / EinheitenKürzer = effizienter
Takt TimeErforderliche Geschwindigkeit zur Deckung der NachfrageVerfügbare Produktionszeit / Kundennachfrage≤ Cycle Time
MTBFDurchschnittliche Zeit zwischen AusfällenGesamtbetriebszeit / AusfälleHöher = zuverlässiger
MTTRDurchschnittliche ReparaturdauerSumme Reparaturzeiten / ReparaturenKürzer = besser
Labor ProductivityOutput pro ArbeitsstundeOutput / ArbeitsstundenHöher = produktiver
Energy IntensityEnergieverbrauch pro ProduktionseinheitEnergieverbrauch / produzierte EinheitenSinkend
OTD (On-Time Delivery)Anteil pünktlich fertiggestellter Aufträge(Pünktliche Aufträge / Gesamtaufträge) × 100> 95 %

Von der Bibliothek zum Dashboard

Eine Kennzahlenbibliothek ist ein Nachschlagewerk, kein Aktionsplan. Der eigentliche Wert entsteht erst, wenn du aus dieser Übersicht drei bis neun Kennzahlen für dein erstes Dashboard auswählst, sie sauber definierst und an die richtigen Personen verteilst.

Dabei helfen drei Schritte. Zuerst klärst du, welche Geschäftsziele gerade Priorität haben. Dann ordnest du jedem Ziel eine Ergebnis- und ein bis zwei Treiberkennzahlen zu. Zum Schluss legst du fest, wer die Kennzahlen verantwortet, wie oft sie geprüft werden und welche Schwellenwerte Handlungsbedarf signalisieren.

Fazit

Kennzahlen sind dann wertvoll, wenn sie Entscheidungen besser machen. Das gelingt nicht durch Masse, sondern durch die richtige Auswahl, saubere Definitionen und konsequente Nutzung im Alltag.

Starte mit wenigen, zielgekoppelten Kennzahlen. Baue ein erstes Dashboard, das eine konkrete Frage beantwortet. Prüfe regelmäßig, ob die gewählten Kennzahlen noch zu den aktuellen Zielen passen, und passe sie bei Bedarf an.

Klein starten, Kennzahlen schärfen, dann skalieren.

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Paul Zehm

Gründer von Zweigen